LiveFibroidLife: Myom-Kampagne für ein selbstbestimmtes Leben


27. November 2019

tigovit wurde von einer engagierten Frau mit einer Vision für ein besseres Leben gegründet. Und ebenso wie Tanja Hohenester gibt es viele Frauen, die sich für die Frauenheilkunde und ein beschwerdefreies Leben von Frauen einsetzen. Eine davon ist Elisabeth Mberg, die vor kurzem die Kampagne LiveFibroidLife gegründet hat, um in Afrika die Aufklärung rund um die Themen Myome, alternative Behandlung und Kinderwunsch anzustoßen. Großes hat Elisabeth vor, denn sie will bis 2025 bis zu 10.000 Frauen mit ihrer Initiative erreichen. Dafür launchte sie eine Crowdfunding-Kampagne um die erforderlichen Mittel zu sammeln, die eine Aktion dieser Größenordnung braucht. tigovit unterstützt diese Kampagne und stellt Elisabeth und ihr Projekt vor.

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Elisabeth Mberg, Ich bin in Kamerun geboren, wo ich aufgewachsen bin und bis zu meinem Abitur gelebt habe. Ich kam nach Deutschland vor 18 Jahren und habe an der dualen Hochschule in Mannheim (Studiengang Verfahrenstechnik) und an der ENSIC (Ecole Nationale Supérieure des Industries Chimiques) in Nancy Frankreich studiert, wo ich einen Master in Engineering mit Schwerpunkt Maschinen und- Anlagenbau im Jahr 2008 abgeschlossen habe.

Ich habe nach meinem Abschluss 6 Jahren als Projektingenieurin im Bereich Maschinenbau und technischen Vertrieb sowohl in Deutschland als auch im Ausland gearbeitet. Derzeit arbeite in den Bereich Projektierung und Planung von Neubauten für ein deutsches Logistik-und Postunternehmen. Da plane ich die Halle, Produktionsfläche und Förderanlagen für die Paketsortierung. Zusätzlich zu dieser Funktion überwache und unterstütze ich fachlich die Produktion hinsichtlich relevanter Kenndaten.

Du hast aktuell eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Thema Myome gestartet. Erzähle uns, warum du das getan hast, was sind deine Ziele und Motivation für diese Kampagne?

Frauen gestalten die Gemeinschaft in den meistens afrikanischen Ländern und sind die Säulen dieses Kontinents. Jedoch werden sie ganz schnell alleine und in Stich gelassen sobald sie Gesundheitsprobleme mit ihrem reproduktiven System haben und – noch schlimmer – wenn on Top diese Probleme zur Unfruchtbarkeit führen. Viele Vorurteile sind leider zu oft gegen sie gerichtet, so nach dem Motto: Eine kinderlose Frau ist halt wertlos und hat kein Respekt verdient.

Daraus entsteht das Gefühl des Unglücklichsein und der Einsamkeit, welche viele negative Gedanken mit sich ziehen, aber auch zur Armut beiträgt, weil junge Frauen mit aller Gewalt versuchen, schwanger zu werden und Kinder in die Welt zu setzen, nur um den Erwartungen ihres Umfeldes zu entsprechen.

Ja, ich war auch vom Kinderwunsch besessen und hätte mir auch nie ein Leben ohne Kinder vorstellen können. Durch meine Myome konnte ich leider nie schwanger werden und ich habe irgendwann bewusst den unerfüllten Wunsch losgelassen. Als ich 20 Jahren war, wurde ich mit Myomen diagnostiziert und schon bei der ersten Diagnose 2003 wurde mir die Entfernung der Gebärmutter als einzige Behandlungsmethode empfohlen. Persönlich habe ich mich dagegen gewehrt, weil ich in Deutschland schon lebte.

Afrikanische Frauen erkranken im Vergleich zu anderen Frauen sehr früh an Myomen. Viele junge Frauen hingegen haben meine Chancen nicht und verlieren im jungen Alter schon ihre Gebärmutter. Ich kenne mich sowohl mit allen Myombeschwerden als auch mit dem schrecklichem menschlichem Leid dahinter aus. Ich weiß, wie schnell man Fehlentscheidungen treffen kann, wenn das Basiswissen über die Krankheit fehlt.

Warum ich diese Kampagne gegründet habe? Weil für mich….

· Junge Frauen sich keiner Hysterektomie (operative Gebärmutter-Entfernung) wegen Myomen unterziehen müssen, nur weil man ihnen gesagt hat, dass es keine andere Behandlung gibt

· Frauen mit Kinderwunsch richtig über diese Krankheit aufgeklärt werden müssen

· Frauen mit dem Herzen und frei über ihre Familienplanung entscheiden sollen

· Die Stigmatisierung von kinderlosen Frauen gestoppt werden muss

· Frauen ihre Ziele auch mit Myomen erreichen können

Deshalb habe ich dieses Projekt gestartet, um eine Aufklärungskampagne rund um Myome zentral vor Ort anzubieten : Meine Kampagne LiveFibroidLife hat zum Ziel, erstmals das Thema Myome in Afrika wirklich sichtbar zu machen, Frauen mit Myomen anzusprechen, Frauen zu ermutigen gegen Myome zu kämpfen, zu kämpfen um diese Krankheit vorzubeugen, zu kämpfen, damit Gebärmutter-Entfernungen reduziert werden.

Wichtig ist es auch mit der Kampagne dafür zu sorgen, dass Frauen, die es sich sonst nicht leisten können, Gesundheitsprodukte, Betreuung und auch spezielle Therapien erhalten. Das Projekt finanziert sich über Spenden (siehe hier den Link zur Kampagne auf GoFundMe www.gofundme.com/f/life-with-fibroids-fighting-the good-fight)

Zusätzlich soll das Projekt Frauen ermöglichen, Zugang zu allen Themen rum um das reproduktive System zu haben sowie zu nachhaltigen Alternativen, die auch gegen Myomen helfen. Ich plane „Fibroid Events“ mit allen Beteiligten zu veranstalten und verschiedene Einrichtungen zu stellen, die Frauen mit nützlichen Tipps und Informationen zu Myomen versorgt.

Anlaufstellen für mich sind zum Beispiel kleine Vororte, Universitäten, Hochschulen, Kirchengemeinden und Krankenhäuser. Die Kampagne soll auch die Gründung von Frauengruppen unterstützen, die sich treffen und öffentlich über das Thema Myome sprechen und sich gegenseitig auszutauschen können.

Meine Vision ist es, dass 10.000 Frauen bis 2025 von dieser Initiative profitieren und so ein gesünderes Leben ohne Myome führen können. In gewisser Weise gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen die Stigmatisierung von betroffenen Frauen engagieren, aber die Frauengesundheit ist definitiv kein großes Thema in Afrika und es muss sich viel ändern. Wir brauchen noch mehr Leute um einen großen „Impact“ zu machen. Ich würde mir wünschen, dass das Gesundheitsministerium in den afrikanischen Ländern sich für Myome interessieren würde.

Ein wesentlicher Aspekt dieser Kampagne ist die Selbstbestimmung der Familienplanung. Als Afrikanerinnen sind wir so erzogen worden, dass wir Frauen unbedingt Kinder kriegen müssen. Das ist meiner Meinung nicht richtig, da Kinder nicht um jeden Preis in die Welt gesetzt werden sollten. Wir Frauen müssen ganz offen über diese Themen sprechen und diskutieren, ohne ein Schuldgefühl zu empfinden. Mit diesem Projekt möchte ich Frauen Tipps geben, wie sie das Wachstum von Myomen kontrollieren bzw. vermeiden können und vieles mehr. Letztendlich sollen Frauen Mut und Hoffnung durch dieses Projekt erhalten.

Diese Kampagne begleite ich mit täglichen Nachrichten über meine Geschichte auf der Facebook Seite Ellie Mberg: https://www.facebook.com/elisabethmberg

Wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung dieser wundervollen Ziele!

Möchtest auch Du Elisabeth bei ihrer Initiative unterstützen? Das kannst Du mit einer Spende für ihre Kampagne auf Gofundme.

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