Grüner Tee & EGCG – das Penicillin der grünen Blätter


19. Juni 2019

Pflanzen haben sich in vielfältiger Weise gegen Pilze, Bakte­rien und Viren zu schützen, vor denen sie nicht davonlaufen und auch kein Immunsystem mobilisieren können – vergleich­bar zu höheren Lebewesen. Demnach bleibt ihnen nur ein ein­ziger Weg, um den Mikroorganismen zu widerstehen: Sie können in ihren Blättern antibiotikaähnliche Substanzen depo­nieren, die sie dann aktivieren, wenn Feinde die Pflanze be­fallen.

Dies ist am Weinstock gut untersucht, dessen Blüten und Früchte beliebtes Ziel bestimmter Pilzsorten sind, die vor al­lem in jenen Weinbaugebieten gut gedeihen, wo es in der Nacht feucht und am Tag warm ist. Dies schafft auch für Pilze ein ideales Klima zum Wachsen – auch Kosten des Wein­stocks. Deswegen stellen auch die Weintrauben in ihrer Schale Pilzgegenmittel her, um in Ruhe weiterwachsen zu können. Dieses Canesten der Weinstöcke ist das Resveratrol, ein Fun­gizid, das beim Menschen andere Wirkungen hervorruft, an der Weintraube jedoch Schutzfunktionen gegen äußere Feinde übernimmt.

Ähnlich ist es auch beim Grünen Tee, das Epigallocatechin­gallat seiner Blätter hat von der Evolution offensichtlich auch die Aufgabe bekommen, Viren und andere Eindringlinge zu wehren – und diesen Effekt entwickelt das Epigallat auch im Menschen. Seit Alters her weiß man in Asien, dass gegenüber Durchfall und Typhus das Kräutchen des Grünen Tees ge­wachsen ist. Er hemmt die Fortpflanzung und das Wachstum vieler Bakterien, der Salmonella, der Clostridienbakterien, aber auch des Helicobacter pylori. Diese Infektion trifft vor allem den Magen, wo er durch die chronische Entzündung Krebs auslösen kann.

Seit Jahren hat die Wissenschaft den Eindruck, dass die Wahrscheinlichkeit des Magenkrebses durch den Grünen Tee gesenkt werden kann – möglicherweise läuft das über die Suppression und über die Zerstörung des Helicobacter. Andererseits lässt das Epigallocatechingallat die eigene Darmflora in Ruhe. Sie betrachtet sie eher als Verbün­dete und tut ihr nichts Schlechtes. Das unterscheidet den Grü­nen Tee von zahlreichen Antibiotika, die zwar Bakterien und Eindringlinge töten, davon aber die guten körpereigenen Darmbakterien nicht ausnehmen. Auch die Bakterien der Scheide werden von Antibiotika mitunter zerstört, dadurch wird zwar die Infektion beseitigt, andererseits entstehen Probleme im Darm und in der Scheide, deren schützende Flora ebenfalls gekillt wurde.

Der Catechinbestandteil des Grünen Tees richtet seine Kraft gegen zwei spezielle Feinde des weiblichen Körpers, gegen den Candidapilz und den Herpes simplex-Virus. Candida­infektionen sind häufige Probleme im weiblichen Körper, meist nehmen sie überhand, weil die scheideneigene Darm­flora – durch welche Gründe auch immer – zerstört wurde und dadurch der Schutzmechanismus fehlt. Das Catechin des Grüntees hat die Fähigkeit, die Lebensdauer der pathologi­schen Scheidenpilze zu reduzieren. Deswegen ist es über­le­genswert, als Unterstützung der Pilzinfektionen auch den Grü­nen Tee zu konsumieren.

Die fungizide Wirkung kommt den im Tee enthaltenen Catechinen zu; natürlich wird man bei ei­ner Pilzinfektion der Scheide auf die klassische schulmedi­zini­sche Therapie nicht verzichten, unterstützend jedoch, und möglicherweise auch zur Prävention, soll der Schutzmecha­nismus dieser alten Kulturpflanze bekannt gemacht werden. Zahlreiche Untersuchungen demonstrierten darüber hinaus, dass auch die Herpes-Infektion, die sich mitunter am Genital durch Warzen manifestiert, verhindert oder auch gemildert werden kann. Auch dabei eignet sich der Grüntee als additive Unterstützung der eigenen Körperabwehrkräfte.

Quelle: https://www.drhuber.at/gruener-tee/

Bild: ranjithsiji / https://pixabay.com/de/photos/blatt-gr%C3%BCn-natur-tee-kerala-1375470/

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